Vorstandsreise
Vom 12. bis 16. Januar 2026


Es geht vorwärts.

Zu Beginn dieses Jahres reiste ich, Barbara Roos, gemeinsam mit meinem Mann nach Ruanda. Zunächst besuchten wir die über das ganze Land verteilten Nationalpärke, bevor wir in der letzten Woche unserer Reise alle COERESO-Partner:innen im Raum Kigali kennenlernten.

Es war bereits meine dritte Reise in die „Schweiz Afrikas“ – und auch dieses Mal war ich tief beeindruckt von den COERESO-Projekten und dem Engagement unserer Partner:innen.

Montag

Als Erstes besuchen mein Mann und ich das COERESO-Haus in Masaka, ausserhalb von Kigali, und trafen uns mit unserer Angestellten vor Ort Albertine. Es gab einiges zu besprechen, da die Eröffnung des Shops in einem Ladenraum unseres Hauses nicht ganz wie geplant vorankommt. Einerseits sind die Töpferprodukte unserer Partner für die lokale Bevölkerung zu teuer, andererseits ist es nicht einfach, genügend Kleider für den Verkauf im Shop bereitzustellen. Wir arbeiten jedoch daran und suchen nach Lösungen.

Die im zweiten Ladenraum des Hauses tätigen Näherinnen sind zufrieden und stellen Kleidungsstücke her, mit denen sie sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen.

Im dritten Ladenraum befindet sich weiterhin ein Coiffeur Studio, in dem zudem Maniküre und Pediküre angeboten wird. Auch dieser Betrieb scheint gut zu laufen. Allerdings besteht der Wunsch nach einer Renovation der Wände und des Bodens. Damit sind wir einverstanden, unter der Voraussetzung, dass die Wände als kleiner Ausgleich für die mietzinsfreie Nutzung des Raumes von ihnen selbst gestrichen werden. Die Arbeitsgeräte müssen ebenfalls erneuert werden, diese Investition soll über ein Darlehen von uns finanziert werden.

Auch die Nyamico-Seifenproduktion, unser erstes Projekt, die von den Produzierenden inzwischen selbständig und ohne unsere Hilfe unterhalten wird, verläuft erfolgreich. Da die aktuell gemieteten Räume nicht mehr lange genutzt werden können, soll nun auf dem vorhandenen Grundstück, das inzwischen eine erhebliche Wertsteigerung erfahren hat, möglichst bald gebaut werden. Uns wird eine Aufstellung der Baukosten zugestellt, denn ohne unsere Hilfe wäre die Erstellung der eigenen Produktionsstätte nicht möglich.

Zum Abschluss durfte natürlich das gemeinsame Gruppenfoto nicht fehlen.

1. Montag a
1. Montag b
1. Montag c
1. Montag d

Dienstag

Die von uns am nächsten Tag besuchte Arise TVET School trägt neu den Namen Arise in Skills Masaka School. Diese Umbenennung erfolgte auf Wunsch der Regierung.

Wie bereits vor gut einem Jahr trafen wir auf motivierte Studierende sowie auf einen sehr engagierten Schulleiter und seine Frau. Zur grossen Freude aller ist die Schule nun für ein erstes Jahr akkreditiert – ein grosser Erfolg, da dafür zahlreiche staatliche Auflagen erfüllt werden mussten.

Neu möchten wir der Schule die Kosten für WLAN übernehmen, damit während des ganzen Tages eine Kommunikation möglich ist. Zudem plant der Schulleiter, den Lernenden grundlegende Computerkenntnisse zu vermitteln, damit sie sich künftig auch selbst online um Stellen bewerben können.

Da die Gebäude, in denen sich die Schule derzeit befindet, nicht zum Kauf stehen, wird sich der Schulleiter nach einem geeigneten Grundstück mit bestehenden Gebäuden umsehen. Wir hoffen, in naher Zukunft genügend Sponsorinnen und Sponsoren zu finden, die uns bei der Finanzierung eines Kaufs unterstützen können, zumal die Mietzinse – gerade bei diesem Projekt – derzeit unverhältnismässig stark ansteigen.

Im Verlauf des Morgens wurde an uns Mass genommen, da man uns unbedingt ein Kleidungsstück anfertigen wollte. Wir sind gespannt auf das Resultat.

Immer wieder hören wir, dass Absolvent:innen eine Arbeitsstelle gefunden haben oder gerade dabei sind, eine zu finden. Dies ist nicht zuletzt dem ausserordentlichen Engagement des Schulleiters zu verdanken, ohne den viele Jugendliche mit oft schwierigen und nicht geradlinigen Lebensläufen diesen Weg nicht geschafft hätten.

Nach Tanzeinlagen und einem ausgezeichneten Mittagessen, zubereitet von der Frau des Schulleiters, kehrten wir glücklich und Überzeugt von diesem Projekt in unser Guest House zurück.

2. Dienstag a
2. Dienstag b
2. Dienstag c
2. Dienstag d

Mittwoch

Heute waren die Best Potters an der Reihe. Wir wurden vom Leiter herzlich empfangen, der meinem Mann, der zum ersten Mal dabei war, alles ausführlich erklärte und zeigte. Gemeinsam begingen wir das bereits vor längerer Zeit von uns erworbene Grundstück, auf dem nun ein grosses Projekt geplant ist.

Zur Begrüssung wurden wir mit Musik und Tänzen überrascht – eine stets besondere Geste und ihre ganz eigene Art, Dankbarkeit auszudrücken.

Anschliessend besuchten wir die Kindergärten und stellten erfreut fest, wie zufrieden und glücklich die Kleinen ihren Haferbrei assen. Auch die Töpferei mit dem grossen Brennofen sahen wir uns an. Doch kaum etwas lag dem Leiter mehr am Herzen, als uns das geplante Neubauprojekt vorzustellen.

Für dieses Vorhaben wurde eine Zusammenarbeit mit EWB, einer amerikanischen NGO, eingegangen, die insbesondere für die Planung zuständig ist. Zu einem gemeinsamen Gespräch treffen wir den EWB-Vertreter und besprechen zusammen mit dem Schulleiter die nächsten Schritte.

Auf unserem Grundstück sollen drei Gebäude entstehen: Ein Neubau für die Töpferschule, ein weiteres Gebäude für andere Berufsausbildungen sowie ein drittes für Unterkünfte für Studierende und Gäste. Uns wird zugesichert, dass nach der Genehmigung des Projekts durch die Regierung gezielt Sponsoren gesucht werden. Ich habe nämlich klar zum Ausdruck gebracht, dass dieses Projekt für uns allein zu gross wäre. Nun heisst es abwarten.

Vor lauter Projektbesprechungen bin ich diesmal gar nicht dazu gekommen, Töpferwaren einzukaufen – das werde ich wohl beim nächsten Besuch nachholen müssen.

3. Mittwoch b
3. Mittwoch c
3. Mittwoch a
3. Mittwoch d

Donnerstag

Wir fahren zur Wellborn Child Initiative School, wo wir gemeinsam mit dem Schulleiter zunächst das von uns erworbene Grundstück besichtigen. Dort ist ein Neubau geplant, um geeignetere Schulräume zu schaffen und mit einem Umzug die hohen Mietzinsaufschläge zu vermeiden.

Ursprünglich wurde das Grundstück landwirtschaftlich genutzt, derzeit dient es als Fussballfeld – eine sinnvolle Zwischenlösung für die Kinder. 

Nach der baldigen Übertragung des Grundstücks hoffen wir, dass COERESO die Zustimmung erteilen beziehungsweise die finanziellen Mittel zusammenstellen und freigeben kann, um einen baldigen Baubeginn zu ermöglichen.

Anschliessend besuchten wir die bestehende Schule, die die in Ruanda üblichen drei Kindergartenjahre anbietet, und hatten die Möglichkeit, dem Unterricht beizuwohnen.           Es war eine grosse Freude, die motivierten Kinder und Lehrpersonen im Unterricht zu erleben. Angesichts der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Schulmittel ist diese Leistung umso bemerkenswerter.

Besonders schön war zu beobachten, dass die drei Kinder mit Behinderung, mit deren Müttern und Lehrpersonen ich bei meinem letzten Besuch gesprochen hatte und die anschliessend von Schweizer Lehrkräften Unterstützung erhalten haben, inzwischen deutlich besser integriert sind.

4. Do a
4. Do c
4. Do b
4. Donnerst. f

Freitag

Unser letzter Besuch gilt der St. Elizabeth Seton School. Bereits um acht Uhr werden wir auf dem Pausenplatz von den Kindern mit eigens für uns einstudierten Sprechchören, Tänzen und neben der Hymne mit anderen fröhlichen Liedern begrüsst. Ein wahrlich herzlicher Empfang!

Das Schulhaus, dessen Bau ja durch COERESO überhaupt erst ermöglicht wurde, verfügt inzwischen über neun Schulräume für Kindergarten und Primarschule sowie über ein Schulleiterzimmer und eine Schulküche. Im kommenden Herbst wird erstmals die 5. Klasse angeboten, Auch das Klassenzimmer für die 6. Klasse ein Jahr später ist bereits erstellt.

Um jedoch die staatliche Akkreditierung zu erhalten, müssen noch einige Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Toiletten, eine Vergrösserung der Küche, ein Schlafraum für die Kleinsten sowie eine Bibliothek. Diese Hürden werden wir – davon sind wir überzeugt – gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort in naher Zukunft ebenfalls meistern.

In der Pause werden mein Mann und ich vollständig von den Kindern in Beschlag genommen: Wir spielen mit ihnen, werden umarmt und fest an den Armen gehalten. Wie seltsam sich doch die Haut dieser zwei «Weissen» anfühlt!

Nach einem feinen Mittagessen aus der sehr einfachen Schulküche und Besprechung aller anfallenden Änderungen mit der Schulleiterin und ihrem Mann kehrten wir schliesslich müde aber erfüllt und sogar noch beschenkt in unsere Unterkunft zurück.

Noch am gleichen Abend übergab uns der Schulleiter der Berufsschule persönlich unsere massgeschneiderten Oberteile – zur grossen Freude passten sie perfekt.

Am nächsten Tag kehrten wir in die Schweiz zurück. 

Der Aufenthalt in Ruanda war für uns ein besonders schöner und in guter Erinnerung bleibender Start ins neue Jahr.

5. Freitag a
5. Freitag c
5. Freitag d
5. Freitag b
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